Hexenjagd zu Weihnachten

Der Film zum Wochenende (und zum Fest): Die Jagd

Die Jagd (Filmplakat)

Weihnachtszeit ist Fernsehzeit. Doch was schauen? Die einemillionste Wiederholung der kitschigen Klassiker? Oder die einemillionste Wiederholung von Stirb Langsam? Oder aus Verzweiflung eine der überdrehten amerikanischen Komödien? Wir haben einen besseren Vorschlag: Die Jagd, ein dänischer Film von 2012. Regie führt Thomas Vinterberg (Das Fest), die Hauptrolle spielt Mads Mikkelsen (Casino Royale, Hannibal). Ein alternativer Weihnachtsfilm. Aber auch ein großartiges Stück Kino, an dem nichts auszusetzen ist.

Worum geht’s?

Ein Erzieher in einem Kindergarten wird beschuldigt, sich vor einem Mädchen entblößt zu haben. Hat er aber nicht. Ist den Eltern und allen anderen aber egal. Es beginnt eine Hexenjagd jenseits der menschlichen Vernunft.

Worum geht’s wirklich?

Soziologen werden eine Freude daran haben: Der Film zeigt, was ein Kind anrichten kann, wenn es mal den falschen Unsinn erzählt. Er zeigt, wie sich ein bloßer Verdacht, verstärkt von Vorurteilen, verselbstständigt zu irrationalem Verhalten. Alle haben plötzlich eine Meinung, obwohl sie keine Ahnung haben. Merke: Traue niemals einem Kind. Vor allem aber nicht dem Gerede der Leute.

Warum sollte man sich das ansehen?

Wegen der nüchternen Inszenierung, die fast ohne Musik auskommt. Wegen Mads Mikkelsens stoischer Darstellung. Weil der Film im Advent spielt und sein Finale an Weihnachten hat, wodurch das Ganze sehr geschickt den Kern des Christentums hinterfragt. Und schließlich weil man sich über die Handlung so wundervoll aufregen kann. Also unbedingt in Gesellschaft gucken, dann ist der Rest des Abends mit Debattieren verbracht.

Die beste Szene

Es gibt drei. Wenn der Protagonist gegen alle Widerstände einkaufen geht – das beweist Eier. Dann die Szene in der Kirche an Heiligabend – in der zuerst Blicke und dann Fäuste mehr sagen als tausend Worte (siehe Filmplakat). Und dann noch die Schluss-Szene, in der wirklich gejagt und scharf geschossen wird …

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