Eine Dreieckstragödie

Wer den Urlaub genießt, will, dass er nie aufhört: Müßiggang, ein bisschen Kultur und viel kulinarischer Genuss. So geht es auch unserem Pärchen in dem Film Die zwei Gesichter des Januars: Chester (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) sind im Athen der 60er Jahre unterwegs und schauen sich die antiken Ruinen an, als ihnen der junge Fremdenführer Rydal (Oscar Isaac) über den Weg läuft. Der Mann starrt ein wenig auffällig – vor allem scheint er sich für die Frau zu interessieren. Er selbst sagt, dass ihn der Chester an seinen Vater erinnere, der vor kurzem gestorben sei und dessen Begräbnis der Sohn gemieden hat. Der junge Mann verbringt Zeit mit dem Paar, führt sie rum, bescheißt sie ein wenig, aber ohne größere Schäden – denn Geld haben sie ja genug.

Doch offenbar ist das nicht ehrlich erworben: Eines Abends steht ein Privatdetektiv vor der Hoteltür des Paares und fordert von Chester, der Anlageberater ist, das Geld seiner betrogenen Klienten zurück. Es kommt zum Kampf, der Detektiv stirbt – und unser Held hat eine Menge Ärger am Hals. Er flieht mit seiner Frau, der junge Mann begleitet sie und versucht, ihnen mit neuen Pässen zu helfen. Unterwegs kommt es zu einer Dreiecksgeschichte mit Eifersüchteleien und Gewalt – die Sache gerät zur Tragödie.

Regisseur und Drehbuchautor Hossein Amini (Drive) hat den Roman von Patricia Highsmith zu einem flüssigen, stringenten Film gemacht, der die Balance zwischen Drama und Thriller schafft, ohne allzusehr in Reißerisches oder Melodramatisches abzudriften. Vielmehr wird die Odyssee dreier Leute gezeigt, die sich schon längst in der Fremde verloren haben und nun alles dafür tun, um aneinander kaputt zu gehen. Hier und da hätte man sich vielleicht ein paar tiefere Einblicke in die Charaktere gewünscht, so bleiben neben Viggo Mortensen die beiden anderen Rollen etwas zurück und die Verknüpfung, die zwischen Rydals Vater und Chester gezogen wird, ist etwas bemüht und bleibt oberflächlich. Dennoch: Ein unterhaltsames, kurzweiliges Filmvergnügen.

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