Neues vom King

king khan murder burgers & turkey ride

King Khan ist der Größte. Wer sonst schafft es, zwei Bands anzuführen, nebenbei Soloprojekte zu machen und bei allem geniale Musik hervorzubringen? (Und jetzt sage bloß keiner Jack White!) Im vergangenen Jahr hat King Khan mit seinen Shrines nach langer Pause ein großartiges Album herausgebracht. Vielleicht das beste der Band. Jetzt legt der King nach mit einigen neuen Singles und zwei Alben, die digital erschienen sind: Turkey Ride und Murder Burgers (mit den Gris Gris). Beide kann man sich kostenlos im Netz anhören und für je schlappe acht Euro herunterladen (oder gar verschenken). Die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Wie immer bietet King Khan seine eigenwillige Mischung aus Garage Rock und Soul, zum Abtanzen, Schwofen oder gemütlichem Rumhängen mit andächtigem Lauschen.

Turkey Ride ist eine Sammlung von bisher unveröffentlichten Songs, die zu Beginn des Jahrhunderts aufgenommen wurden. Der Sound ist meist funky, die Stimmung ausgelassen fröhlich, zum Teil auch richtig wild (wie „I Got Love“). Durchsetzt sind die Stücke mit der typischen Shrines-Orgel, aber auch Flöten und eine Sitar bereichern die Klangkulisse. Allein die ersten vier Tracks sind ihr Geld wert, besonders „Hey Rudi!“ ist ein unverschämt grooviges Teil, das niemanden stillsitzen lässt. Die letzten drei Stücke fallen heraus: „Are You Serious?“ ist eine rohe punkige Demo-Aufnahme in entsprechend schwacher Tonqualität. „Keep It Simple Stupid“ mutet psychedisch-indisch an. „Hammer Ich Vermisse Dich“ hat einen starken elektronischen Einschlag und befremdet mit einem deutschen Kinderchor. Bis auf diese Ausnahmen sind die übrigen zehn Tracks vorbehaltlos zu empfehlen. (Das bunte Truthahn-Cover stammt übrigens von Sophie Crumb, Tochter des legendären Zeichners Robert Crumb, der unter anderem das Cover zu Cheap Thrills gemacht hat.)

Murder Burgers ist – anders als sein unappetitlicher Titel und sein knallrotes Cover vermuten lassen könnten – das ruhigere Album. Fast schon gemütliche Songs im mittleren Tempo bilden den Auftakt, erst ab Track 5 („Born in 77“) geht es schnell zur Sache mit straightem Feel-Good-Rock, der von einem Jerry-Lee-Lewis-haftem Klimperklavier begleitet wird. Bis auf den Anderthalbminüter-Punk „Your Teeth are Shite“ bleibt Murder Burgers gemächlich, besonders gelungen ist dabei die minimalistische Ballade „Too Hard and Too Fast“ – der perfekte Kuschelsong. Und wer es sich danach gemütlich vorm Kamin machen will, während es draußen friert, sollte sich mit dem Schlusstrack, „Winter Weather“, trösten. Da kann einem das Herz aufgehen.

Zum Schluss ein Wermutstropfen: Einige der Songs (wie „No Regrets“ und „Born to Die“) kennt man bereits von King Khan & the Shrines-Alben, dort klingen die Fassungen allerdings vollendeter. Und überhaupt: Wer noch nichts von King Khan sein eigen nennt, sollte das schleunigst nachholen. Die beiden neuen Alben sind eine gute Gelegenheit dazu.

Infos, Stream und Download: https://khannibalism.bandcamp.com/

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