Foxcatcher? Laaaangweilig!

Sony Pictures Classic

Sony Pictures Classic

Ein Film über Ringer ist nicht unbedingt das heißeste Ding, das man sich vorstellen kann. Es sei denn natürlich, man ist Ringer. Klar, dass Barton Fink einst seine Schwierigkeiten damit hatte, ein Drehbuch in dem Metier zu schreiben … Sportfilme sind an sich schwierig: sie laufen meist nach dem gleichen Schema, arbeiten Klischees ab und triefen vor Pathos. Gut, da gibt es immer mal wieder Ausnahmen wie The Fighter. Aber Filme über US-amerikanische Sportarten wie Baseball oder Football werden in Europa nie erfolgreich sein. In Deutschland zieht nur Das Wunder von Bern. Doch dann gibt es Foxcatcher – ein Oscarkandidat für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die besten Haupt- und Nebendarsteller (und wahrscheinlich auch den besten Abspann). Ach herrje! Dann müssen ja alle ins Kino laufen und sich dieses Meisterwerk ansehen …

Ich hab’s auch getan. Will sagen: bin drauf reingefallen. Denn dass ich es lebendig aus dem Kino geschafft habe und nicht vor Langweile gestorben bin, dafür hätte ich einen Oscar verdient. Regisseur Bennett Miller (Capote, Moneyball) inszeniert seine dünne Story (wahre Begebenheit usw.) so zäh und staubtrocken, dass es weh tut. Nach einer Stunde etwa fragt man sich, wann denn endlich die Handlung losgeht – doch das passiert nicht. Stattdessen: Statik, Tristesse, Monotonie. Steve Carell besticht durch Steifheit und Lethargie, Channing Tatum durch plumpe Ausdruckslosigkeit, da kann selbst Mark „Hulk“ Ruffalo das Ganze nicht retten. Man muss schon sehr auf die Nuancen achten, falls man nicht gerade mit dem Einschlafen kämpft. Der natürliche Kuschelfaktor beim Ringen schafft es auch nicht, Nähe zum Zuschauer herzustellen.

Nicht, dass ein bisschen Sportdrama-Pathos diesen Film erträglicher gemacht hätte. Vielleicht eher klügere Dialoge und eine Raffung um eine halbe Stunde. Doch selbst dann wäre Foxcatcher bestenfalls okay gewesen. Worum geht’s eigentlich? Ach, hab ich schon vergessen … ist eigentlich auch egal (wen’s interessiert, soll das woanders nachlesen). Niemand sollte mit diesem Film seine Zeit verschwenden.

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