Marvel, Civil War und so weiter

Die Liste der Woche: Helden in Civil War
Instagram/Umberto Gonzalez

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Okay, jetzt da Avengers: Age of Ultron langsam verdaut ist, können wir uns auf die nächsten Sensationen aus dem Hause Marvel freuen. Ant-Man steht noch an, er beschließt Phase 2 des Cinematic Universe. Im nächsten Mai beginnt Captain America: Civil War Phase 3; der Dreh hat bereits begonnen. Wie schon festgestellt, wird das ein Film, der so viele Helden enthält, dass man ihn genauso gut „Avengers 3“ nennen könnte (anderswo ist schon von „Avengers 2.5“ die Rede). Hier ist das offizielle Lineup:

  1. Captain America
  2. Iron Man
  3. Hawkeye
  4. Black Widow
  5. Scarlet Witch
  6. War Machine
  7. Falcon
  8. Winter Soldier
  9. The Vision
  10. Ant-Man (kommt am 23. Juli ins Kino)
  11. Black Panther (bekommt seinen eigenen Film 2018)

Schon wird geunkt, ob so viele Helden (und dazu noch ein paar Schurken) nicht zu viel des Guten sind. Von Verbrauchserscheinungen und „audience burnout“ ist die Rede, auch weil so viele Superhelden-Filme anstehen – allein sieben nächstes Jahr. Doch man muss in dieser Blütezeit des noch ziemlich jungen Genres nicht gleich zum Untergangspropheten werden (auch wenn der nächste X-Men-Film Apocalypse heißt). Vielmehr sollte man den Luxus genießen, dass das breite Publikum, das Geschmack an Comichelden gefunden hat, weiterhin gut bedient bleibt. Natürlich steigt der Anspruch – doch damit geht der Ansporn für die Produzenten, Autoren und Regisseure einher, sich weiterhin viel Mühe zu geben, statt sich auf Lorbeeren auszuruhen, und die Zuschauer mit neuen Ideen zu überraschen.

Ich bin mir sicher: In diesem Sinn wird Civil War entstehen. Obwohl ich selbst kein Fan der Mehr-ist-besser-Logik bin, zwingt die Story die Masse der Helden geradezu herbei. Für einen Krieg zwischen den Helden braucht es nun mal ein paar Soldaten, auch wenn die Armeen deutlich kleiner ausfallen werden als damals in den Comics. Joss Whedon hat bewiesen, dass er sechs bis sieben Avengers (je nachdem, ob man Nick Fury dazu zählt) gut in einem Film unterbringen kann, auch zwei bis drei mehr haben der Fortsetzung nicht geschadet. Nun also wird es ein gutes Dutzend Helden geben (und noch ein paar Schurken). Und da jeder bis auf Black Panther bereits eingeführt wurde, die wichtigsten sogar mit eigenen Filmen, wird Civil War auch diese Figurenfülle verkraften. Die Regisseure Anthony und Joe Russo haben bewiesen, dass sie ein Talent für den Sensationsfilm haben, es besteht also genug Grund, ihnen das Vertrauen auszusprechen, auch diesen Krieg zu meistern.

Das einzige Sorgenkind des Marvel-Universums bleibt Spider-Man. Nach allen Spekulationen und Ankündigungen ist offiziell nicht mehr die Rede davon, ihn in Civil War zu integrieren. Vielleicht liegt das daran, dass noch ein Schauspieler für die Rolle gesucht wird – immerhin ist Spider-Man eine wichtige Figur in der Vorlage. Diesen Charakter im Nachhinein in Civil War zu integrieren, könnte sich als einzige Fehlentscheidung erweisen – er gehört zwar in die ursprüngliche Story, aber nicht ins ursprüngliche Drehbuch. Vielleicht wird er auch nur eine untergeordnete Rolle spielen, oder gar auf einen Cameo reduziert.

Darüber hinaus ist es mir ein Rätsel, wie man danach (schon 2017) ein zweites Reboot des Helden hinbekommt, ohne sich zu wiederholen (auf den Origin soll verzichtet werden) oder das Publikum zu verwirren. Außerdem muss man die Fehler des ersten Reboots wiedergutmachen. Auch die Pläne, Spider-Man im nächsten Solo-Film weiterhin in der High School spielen zu lassen, wirkt wie ein unnötiger Schritt zurück. Andererseits hat Marvel schon immer bewiesen, das Unmögliche zu schaffen.

Die Herausforderung wird wachsen – für Macher wie für Zuschauer. Die Masse an Helden wird noch wachsen: Wenn man auf die Pläne schielt, dass der nächste Avengers-Film Infinity War ein Zweiteiler wird, dann wird darin wahrscheinlich jeder aus dem Cinematic Universe vorkommen (plus Doctor Strange, Captain Marvel, Guardians of the Galaxy?). Diese Filmwelt wird immer komplexer, wie die Comics, und wird dem Zuschauer immer mehr Wissen und Konzentration abverlangen. Schon bei Age of Ultron wusste man zum Teil nicht, wo man hinschauen sollte.

3 Kommentare

  1. Je komplexer, desto besser. Zur Not gehe ich eben 2mal ins Kino und freue mich auf die DVDs, die ich dann so oft schauen kann wie ich will. Bin ein großer Fan und freue mich wahnsinnig auf die nächsten Filme.

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