Mies geklont

Universal Pictures

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Die Erwartungen waren nicht hoch: Ach ja, mal wieder Dinos. Nachdem das Jurassic Park-Franchise spätestens mit Lost World durch war und der dritte Teil nur noch ein müder Abklatsch. Erst Peter Jackson hat mit seinem King Kong ein sensationelles alternatives Urzeit-Szenario geschaffen, inklusive einem Riesenaffen, der gegen gleich drei T-Rex auf einmal kämpft. Was sollte da noch Neues kommen, außer ein großer Wasserdino, der weiße Haie frisst? Und obwohl es dann doch wieder schön war, auf Isla Nublar zurückzukehren und John Williams‘ Main Theme die Nostalgie und die Wehmut weckte, fühlt man sich wie einer dieser gesichtslosen Besucher von Jurrassic World, die zwar viel Geld bezahlen, um Sensationen zu sehen, aber sich doch ziemlich unbeeindruckt zeigen und deswegen mit neuen Mega-Monstern aus dem Labor bei Laune gehalten werden müssen. Ganz nach dem Motto: T-Rex ist so was von 90er.

Das Problem: Die Rechnung dieses Sequels geht nicht auf. Denn dieser Film wirkt selbst wie ein Klon, aber ein so schwacher, dass man sich nach dem Original zurücksehnt. Es ist zwar alles da, was man kennt, es ist die alte Rezeptur des Familien-Abenteuer-Spektakels, aber das Wichtigste fehlt: eine Seele. Da ist keine Spannung und da ist erst recht kein Horror. Die Gefahr wird nie spürbar wie in der legendären Wasserglas-Szene des ersten Teils. Nie ist man selbst der Besucher, der um sein Leben fürchtet – auch wenn der 3D-Effekt das einem vorgaukeln will (aber auch der bleibt so flach wie der Rest des Films). Obwohl der Film viel Zeit investiert, um die Charaktere einzführen, wecken sie kein Interesse. Dafür kommt der Park zu kurz: Obwohl weder Kosten noch Mühen für CGI-Dinos gescheut wurden, hat man nie den Eindruck in eine überzeugende Welt einzutauchen. Das erste, was man zu sehen bekommt, sind 3D-Hologramme von Dinos – und so wirken auch die „echten“. Das Supermonster, der Indominus Rex, wird nicht annähernd so elegant eingeführt, wie es einst Steven Spielberg mit seinem T-Rex getan hat. Die Bedrohlichkeit der intelligenten Killerbestie wird bloß behauptet. Und dass man den Raptoren, die einst gefährlichsten Dinos, gezähmt hat, ist nicht nur die größte Fehlentscheidung dieses mauen Drehbuchs, sondern steht symptomatisch für den Rest des Films.

Alles wirkt, wie schon mal gesehen. Alles ist bloß die blasse Kopie einer Kopie. Da helfen auch keine Zitate von Jurassic Park, da hilft keine Überbietungslogik, da hilft kein Cameo-Auftritt des guten alten T-Rex. Das Erschreckendste an Jurassic World ist die Nachricht, dass weitere Filme geplant sind. Wenn man hier schon nichts zu erzählen hatte, wie hohl müssen dann erst die Fortsetzungen werden? Die Vorstellung ist so furchtbar, dass wir uns gar nicht erst ins Kino trauen sollten.

3 Kommentare

  1. Nachdem ich mir diese Kritik durchgelesen hatte war ich als JP Fan enttäuscht!!!! Der Film ist aber echt gelungen!!! Frechheit als schlecht gelaunter Kritiker so viel misst reinzuschreiben!!! Auch als nicht Fans von JP waren sehr viele begeistert!!!! Schaut euch die bomben Besucherzahlen an!!! Einer der besten Filme des Jahres und so eine schlechte Bewertung von einem der schlecht gesch…i…ss…en hat. Ne ne ne

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