Kant und Cyankali

Irrational Man

Sony Pictures Classics

Warum Woody Allens Irrational Man keinen Kinobesuch lohnt.

Es ist der typische Woody Allen-Plot: Ein reifer Mann in einer Krise denkt über das Leben nach und verliebt sich in eine junge Frau. In Irrational Man ist der reife Mann ein saufender Philosophie-Professor und die junge Frau seine Studentin. Angereichert wird diese Altherrenfantasie mit der üblichen trockenen Lakonie und ein bisschen Namedropping bekannter Denker: von Kant bis Kierkegaard wird jeder mal zitiert, der etwas über Ethik geschrieben hat. Joaquin Phoenix mit seiner Wampe und eine wie immer hinreißende Emma Stone mit ihren allumfassenden Augen füllen das altbekannte Grundgerüst mit Leben; der lässige Jazz-Sound von „The In-Crowd“ sorgt für eine leichtfüßige Stimmung. So weit, so gut.

Doch dann kommt ein weit hergeholter Mordplot hinzu und seine allzu bemühte Aufklärung. Was eigentlich Spannung in den Film bringen sollte, lässt ihn auf der Stelle treten, der moralphilosophische Diskurs drumherum wirkt aufgesetzt und banal, das Niveau flacht ab und Langeweile setzt ein. Das erinnert leider zu sehr an durchwachsene Werke wie Scoop und wurde in den Glanzstücken Match Point und Cassandra’s Dream überzeugender und packender verhandelt. Naja, vielleicht klappt’s ja im nächsten Jahr besser.

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