Nate Powell: Come Again

Come Again (Comic)

Top Shelf

Das Jahr 1979. Eine Die alleinerziehende junge Mutter Haluska (Hal) wohnt mit ihrem Sohn Jake in einer kleinen Kommune in Arkansas. Man verkauft selbstgebastelte Traumfänger und anderen Kram an Touristen. Eigentum gibt es nicht, jedem gehört alles, jeder weiß alles übereinander. Außer, dass Hal eine Affäre mit Adrian hat, der wiederum mit Whitney zusammen ist und einen Sohn, Shane, mit ihr hat. Hal und Adrian treffen sich im Wald, in einer geheimen Höhle mit einer Holztür.

Eines Tages finden die Kinder Jake und Shane die Höhle, sie steigen ein, doch nur Jake kommt zurück. Als die Eltern nach Shane suchen, ist der Eingang zur Höhle spurlos verschwunden. Und mit dem Kind auch die Erinnerung an ihn. Haluska ist die einzige, die sich noch an ihn zu erinnern scheint.

Come Again erzählt die Geschichte eines Geheimnisses, das eines bleibt. Es ist nur die Rede vom „secret eater“, der über die Erinnerungen herrscht und Kinder entführt. Statt eines Geistes oder Monsters bekommt man nur seine Augen zu sehen, zwei winzige, weiße Punkte in der Finsternis. Das unbestimmte Wesen, das in der Höhle haust, wird zum Anlass, dass sich die Heldin mit ihren Schuldgefühlen auseinandersetzt. Für sie wird das Erlebnis des kollektiven Vergessens zu einer Art Sühne, die über eine Katharsis zu einem Neuanfang führt.

Nate Powell (March) schafft es, eine einzigartige Atmosphäre für seine Mysterystory zu schaffen. findet schaurige albtraumhafte Bilder für seine Geschichte, in denen nicht nur die Figuren sondern auch die Natur überaus lebendig erscheint, obwohl er die Ausgestaltung auf das Nötigste reduziert und viele weiße und schwarze Freiflächen lässt. Die Farbpalette beschränkt sich auf einzelne blasse Rottöne, in Rückblenden Grüntöne, in der Höhle erscheint das wenige Licht gelb und violett, während die Seiten fast in völliger Finsternis versinken. Powell transportiert mehr durch die Stimmung als durch Worte. Es ist eine nachdenkliche Geschichte, die mehr im Unbewussten, auf der emotionalen Ebene anspricht, als auf einer intellektuellen.

Nicht von ungefähr ist Come Again für den Eisner Award 2019 nominiert. Eine deutsche Übersetzung liegt nicht vor.

>> Nate Powell: Come Again, Top Shelf 2018.

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