Religion

Plage in der Kinowüste

20th Century Fox

20th Century Fox

Bei manchen Filmen fragt man sich, warum sie gedreht wurden. Warum jemand Millionen von Dollar investiert hat, um etwas zu erschaffen, bei dem von vornherein klar gewesen sein müsste, dass es zum Scheitern verurteilt ist. Wie bei Ridley Scott. Der hat zuletzt einige solcher Filmen gemacht. Zum Beispiel Robin Hood (2010), eine unfassbar langweilige Interpretation des Stoffes ohne nennenswerte Innovation. Drei Jahre später folgte The Counselor. Für den hat Cormac McCarthy ein Drehbuch geschrieben, das überhaupt nicht funktioniert. Und nun reiht sich Exodus in die Reihe des Überflüssigen ein.

(mehr …)

Reach out and touch faith

Der Sampler der Woche: Personal Jesus
The Leftovers (HBO)

The Leftovers (HBO)

Zu Weihnachten bieten wir euch dieses Mal nur einen Song, aber den in mehreren Variationen: Personal Jesus. Selbst Johnny Cash konnte dem Depeche Mode-Hit etwas abgewinnen und hat sogar die beste Version abgeliefert. Andere haben das Ding verjazzt und gerockt. Mal eine etwas andere Meditation über das Wesen von Heiligabend.

 

Jesus Christ Popstar

Der Sampler der Woche: Jesus-Songs
jesus in berlin

Jesus in Berlin (Foto: Lukas Gedziorowski)

Während um uns herum alles von Besinnlichkeit floskelt, aber sich in Kaufräusche stürzt oder mit Glühwein besinnungslos trinkt, besinnen wir uns bei Fragmenteum auf den wahren Sinn von Weihnachten: auf Jesus. Statt jetzt zu jauchzen und zu frohlocken, wollen wir eure Aufmerksamkeit auf den säkularen Aspekt dieser Persönlichkeit lenken: auf den Popstar. Viele Musiker haben sich ihre Gedanken zu dem galiläischen Wanderprediger gemacht: von John Lennon bis Westernhagen, von David Bowie bis Lady Gaga.

(mehr …)

Berliner Fragmente #38: Atheismus

Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt – oder nicht geben kann. Zum Beispiel eine Kirche für Atheisten. Oder vielmehr einen gottlosen Gottesdienst. Die Sunday Assembly ist so eine eigenartige Sache: Einerseits wollen da Atheisten Gemeinschaft, eine Feier des Lebens abhalten. Andererseits erinnert die Veranstaltung an einen Gottesdienst – nicht nur weil sie sonntags stattfindet. Auch sonst gibt es einige Analogien: Es gibt literarische Einlagen statt einer Lesung. Es gibt Ansprachen und Reden statt einer Predigt. Es gibt eine Kollekte. Am Anfang in der Mitte und am Ende wird gesungen, wobei alle dazu aufstehen. Da hilft es auch nicht, dass es weltliche Songs wie „Wonderful World“, „Help“ oder „Let’s Twist Again“ sind, sie können auch noch so flott vorgetragen sein – man kommt nicht umhin an der ganzen Sache den alten Mief der Kirche zu riechen. Spätestens wenn am Ende die Teilnehmer beim Kaffee und Kuchen zusammenstehen und sich in Listen für „Communities“ eintragen, gibt es keinen großen Unterschied zu den Christen.

(mehr …)

Berliner Fragmente #12: Kreuz

Kreuze in Schöneberg (Foto: Lukas Gedziorowski)

Kreuze in Schöneberg (Foto: Lukas Gedziorowski)

Ein Wort zum Sonntag.

Einer der größten Irrtümer des Christentums ist, am Kreuz hängengeblieben zu sein. Dabei sollte es eigentlich um die Überwindung des Kreuzes gehen. Also nicht um Tod, sondern um Auferstehung. Zu Ende gedacht hieße es, das dass Christentum sich selbst überwinden müsste. Stattdessen löst es sich nur von selbst auf. Das Ergebnis ist das selbe. Nur ist der beschrittene Weg länger und führt an dieser Erkenntnis vorbei. Damit bleibt leider die Möglichkeit offen, zurückzukehren und den gleichen Fehler erneut zu begehen.