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Retter der Kinokassen

Guardians of the Galaxy

Mit Guardians of the Galaxy beschließt Marvel das Superhelden-Kino-Jahr furios. Die Zukunftspläne machen Lust auf mehr – doch zusammen mit den Filmen von DC könnte die gut laufende Geldmaschine der Superheldenfilme ins Stocken geraten. Ein Ausblick auf die nächsten Jahre.

Ein trotteliger Möchtegern-Outlaw, eine grüne Kampf-Amazone, ein Baum-Mensch und ein sprechender Waschbär – das klingt so bescheuert, dass es nur schief gehen kann. Und doch klappt es ganz wunderbar in Guardians of the Galaxy, Marvels neuestem Streich. Vor allem wegen der Selbstironie des Films, der zwar für eine Reihe von Lachern (Sprüche und Situationskomik) gut ist, aber sich immer noch ernst genug nimmt, dass die Figuren nicht der Lächerlichkeit anheim fallen.

Held des Films ist Peter Quill alias „Star Lord“, der in den 80ern als Kind von Aliens entführt wurde und seitdem als Auftragspirat durchs Universum zieht. Als Erinnerung an die Erde dient ihm sein Walkman, mit dem er seit Jahren den Sampler hört, den ihm seine kranke Mutter zusammengestellt hat, bevor sie starb. Diese Musik ist der zweite Pfeiler, der den Film trägt: Pop der 70er Jahre wie The Jackson 5 und 10cc sorgen immer wieder für ironische Brechungen und verleihen dem Film einen bodenständigen Charme. Besonders zum Tragen kommt „Moonage Daydream“, wenn David Bowie aus dem Off zu einem Weltraumflug von Space Invaders singt. Im Grunde war diese Verwendung des Songs längst überfällig, denn Bowies Ziggy Stardust-Album wurde dafür geschaffen, der Soundtrack zu einer Weltraum-Saga zu sein.

Der Rest ist Weltraum-Effekte-Spektakel vom Feinsten: Eine bunte Effektschlacht (mit wieder einmal mäßigem 3D-Effekt), bei der es um nichts Geringeres als das Wohl des Universums geht. Gute Typen gegen tiefböse Fieslinge. Doch eigentlich sind die Guardians keine Superhelden. Vielmehr funktioniert der Film nach bewährter Science-Fiction-Manier in der Tradition von Star Wars, nur mit Han Solo-Schwerpunkt. Allerdings hat George Lucas nie so pfiffige Dialoge geschrieben – und war schon gar nicht für solche überraschende Wendungen gut. Insofern heben die Guardians die altbackene Science-Fiction-Saga in neue Sphären. Dafür gab’s Applaus im Kino-Saal.

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Zu Ehren der Fledermaus

Die Liste der Woche: 75 Jahre Batman

Batman: The Animated Series

Im Jahr 1939 erschien Detective Comics #27, das Heft mit der ersten Batman-Story. Seitdem wurden nicht nur unzählige Geschichten um den Dunklen Ritter in Comics und Filmen erzählt, längst ist aus dem Pulp Fiction-Helden eine Ikone der Popkultur geworden. In einem Essay auf Faust Kultur stellt unser Autor Lukas Gedziorowski dar, wie es Batman so weit bringen konnte. Darauf werden in den nächsten Tagen zwei Antworten anderer Autoren auf Fragmenteum folgen.

Zudem sei auf das Batman-Projekt hingewiesen: In dem neuen Blog wird jede Woche mindestens eine neue Batman-Story vorgestellt, meistens aus Comics, manchmal auch aus Filmen oder Serien. Die Seite will einen Überblick über die Fülle an Geschichten schaffen, Klassiker neu besprechen und auch auf weniger Bekanntes verweisen.

Schließlich haben wir zum Jubiläum einen Spotify-Sampler mit Batman-Stücken zusammengestellt. Viel Spaß beim Hören!

Helden in der Krise

Filmsuperhelden 2013 (Collage: Gedziorowski)

Filmsuperhelden 2013 (Collage: Gedziorowski)

Sehen Sie sich einmal die obere Collage genau an. Was fällt Ihnen auf? Genau: Eine gewisse Ähnlichkeit, Parallelen, ja, man könnte fast sagen: Austauschbarkeit. Nun gut. Wir bewegen uns im Genrefilm. Dem Superheldengenre. Wer sich darauf einlässt, weiß, was ihn erwartet. Aber die Bilanz der diesjährigen Filme ist erschreckend schwach. Ebenso wie seine Helden zeigt das Genre Krisenerscheinungen. Ein Rückblick und ein Ausblick.

Alle Hoffnungen ruhten auf Thor – Gott, Alien, Superheld. Nach einer Einführung mit einem passablen ersten Abenteuer und einer bestandenen Bewährungsprobe bei den Avengers konnte es nun richtig losgehen. Doch die Fortsetzung The Dark World (auf „deutsch“: The Dark Kingdom) hat leider keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Zu Recht: Der Film, mehr Fantasy- als Superheldengenre, vermag nur wenig zu fesseln. Die Handlung hetzt ähnlich wie im ersten Teil schnell voran, Spannung kommt bei dem konventionellen Plot kaum auf. Auch der Versuch, den Weltenkonflikt nach London auf die Erde zu holen, wirkt unbeholfen. Das können auch die prächtigen, effektgeladenen Aufnahmen nicht ausgleichen.

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