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Schatz ohne Boden

Die Liste der Woche: Die vielen Versionen des Herrn der Ringe
Der Chef von Warner mit seinem Schatz. (Szene aus Herr der Ringe)

Der Chef von Warner mit seinem Schatz.

Es ist schon seltsam. Da werden drei Filme gedreht und man bittet die Fans zehn Mal zur Kasse: Zuerst im Kino, dann erscheinen mindestens neun Versionen davon auf DVD und Blu-ray. So geschehen bei Der Herr der Ringe. Immer wieder hecken sich die Marketing-Futzis von Warner neue Ideen aus, wie sie noch einmal Geld mit dem gleichen Produkt machen können. Da gibt es eine Kinoversion und eine Extended Edition, da gibt es mal Bonusmaterial und mal keins und dann noch einmal mehr Bonusmaterial. – Ein Wahnsinn! Wahrscheinlich sind nur von Star Wars mehr Fassungen erschienen. Vom Herrn der Ringe fehlt nur noch die nachträglich erstellte 3D-Version. Damit kann man die Filme erneut im Kino zeigen und dann wieder auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray – und das alles zwei Mal: Kino- und Extended-Version. Super! Wieder sechs Veröffentlichungen mehr! Gleich alles richtig gemacht hat man es beim ersten Teil des Hobbits. Da gibt es schon im Kino drei Fassungen: 2D, 3D und 3D HFR. Und wie gut, dass noch zwei weitere Teile herauskommen. Zum Kinostart ist alles noch mal „extended“ rausgekommen. Dabei ist die Buchvorlage doch so dünn! Irgendwo sitzt der CEO von Warner in seiner dunklen Höhle und lacht sich ins Fäustchen: „Mein Schatz!“

Hier eine Dokumentation der bisherigen Erscheinungen (wenn etwas fehlt, bitte melden):

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Alles! Für alle! Und zwar sofort!

Versuche über die TV-Serie, Teil 3: Digitale Distribution
Digitale Distributionswege: Captain America auf dem Tablet. (Szene aus South Park.)

South Park als Vorreiter für digitale Distribution: Captain America auf dem Tablet.

Keine Sorge: Die Überschrift ist kein Bekenntnis zum Sozialismus. Im Gegenteil: Aus ihr spricht die Lust am Konsum. Einem geistigen Konsum kultureller Güter. Denn darum geht es doch bei Serien. Sie speisen sich von der Gier der Menschen nach mehr. Doch obwohl der Hunger nach TV-Serien hierzulande groß ist, wird er nicht gestillt. Die Menschen wollen mehr, doch sie bekommen es nicht – oder zu wenig davon. Ein Plädoyer für eine offenere Distributionspolitik.

Kevin Spacey hat es verstanden: „Das Publikum will die Kontrolle“, sagte er bei seiner Rede auf dem Edinburgh Television Festival. Man müsse den Leuten, das geben, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen und zu einem vernünftigen Preis. Der Schauspieler weiß, wovon er spricht: Er spielt die Hauptrolle in House of Cards, einer Serie, die für den Video-on-demand-Anbieter Netflix produziert wurde. Die ist nicht nur hochkarätig besetzt, geschrieben und gemacht (Regie: David Fincher) ist, sondern auch für 14 Emmys nominiert war und neun bekommen hat. Die Innovation: Netflix veröffentlichte alle 13 Folgen der ersten Staffel simultan.

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