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Berliner Fragmente #41: Solitäre

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Allein ist nicht gleich einsam. Der Mensch, das gesellige Tier, braucht auch mal eine Auszeit von der Gesellschaft, um zur Ruhe zu kommen, sich auf sich selbst zu besinnen oder sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. So sind auch hier ein paar Solitäre versammelt: Der eine macht lesend Pause, der andere wartet, ein dritter buhlt um Aufmerksamkeit oder um ein bisschen Kleingeld. Und manche machen einfach nur ihre Arbeit. Wer zu tun hat, vermisst nicht unbedingt die Gesellschaft. Kann ja auch schön sein, wenn einem keiner reinquatscht.

Auf eine Kippe mit Ottmar Hörl

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400 mal Goethe: grün, blau, rot, gelb zieren die Ein-Meter-Skulpturen den Rasen auf dem Campus Westend in Frankfurt. Und mittendrin: Ein Mann im weißen Hemd, der genüsslich seine Kippe raucht. Ottmar Hörl heißt er, Künstler von Beruf, das Genie hinter den Genies. Was hat er nicht schon alles geschaffen: 7000 Dürer-Hasen in Nürnberg, 10.000 Eulen in Athen, 800 Martin Luthers in Wittenberg, 500 Kaiser Karls in Aachen, Marx in Trier und Wagner in Bayreuth, Bären in Berlin und Löwen in Wiesbaden … – ja, könnte man meinen, wir haben’s kapiert, Ottmar! Nun, da alle deutschen Helden in Plastik verewigt sind, selbst Nazi- und Stinkefinger-Gartenzwerge den öffentlichen Raum schmücken durften, und nun selbst Goethe zum Gartenzwerg degradiert wurde, scheint die Masche durch zu sein. Aber wenn man sich diesen Künstler ansieht, wie er so cool zwischen seinen Skulpturen steht und gedankenversunken Rauchwolken bildet, scheint noch ein Denkmal zu fehlen: Ein Ottmar Hörl aus Plastik, in Lebensgröße, als Dauerinstallation, mit der Widmung: „Ottmar Hörl – Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder“.