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Berliner Fragmente #37: Frieden

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Es muss nicht immer Kriegsberichterstattung sein. Wir haben unseren Berlin-Korrespondenten eine schonungslose Reportage aus dem Friedensgebiet schreiben lassen.

Viktorias Feldzeichen ragt in einen grauen Himmel über Berlin. Kein Flugzeug zu sehen oder zu hören. Der einzige Lärm geht von den Auto- und Busmotoren aus, die vielspurig um die Siegessäule herumfahren. Ein polnischer Reisebus hält auf dem Kreisverkehr an, spuckt ein paar asiatische Touristen aus, sie knipsen ein paar Fotos vor dem Wahrzeichen und dem Tiergarten, steigen nach ein paar Minuten wieder ein und fahren weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. In einem der vier Pavillons warten die Mitarbeiter eines Imbisses auf Kundschaft. Es ist kalt, sie frieren, einzig die wenigen Bratwürste auf dem Grill haben es warm. Der süßlich-saure Geruch von Glühwein hängt in der Luft. Aus Lautsprechern singt Elvis „Return to Sender“. Nur ein Tisch im Biergarten ist besetzt. Die Touristen, meist Familien, nehmen einen der Tunnel zum Zentrum des Kreisverkehrs, wo sie Viktoria, der Goldelse, näher sein können.

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