Günter Grass

Drei Begegnungen mit Günter Grass

Günter Grass Buchmesse 2007 (Foto: Lukas Gedziorowski)

Günter Grass Buchmesse 2007 (Foto: Lukas Gedziorowski)

Meine erste Begegnung mit ihm fühlte sich an, wie der Blick der Medusa. Ich erstarrte. Es war 2007 auf der Frankfurter Buchmesse. Ich machte gerade erste Schritte als Journalist bei einem Praktikum, als man mich dorthin schickte. Günter Grass sollte seine neueste Werkausgabe vorstellen. Sein jüngstes Buch, Beim Häuten der Zwiebel, hatte ich längst gelesen, klar. Ein tolles Buch. Seit ich mit 15 die Blechtrommel gelesen verschlungen und mir als Zeichen meiner pubertären Renitenz ein Stück Kindheit in Oskar Matzerath bewahrt hatte, war ich ein Fan. Doch der Fan war leider unvorbereitet, vor seinen Herrn zu treten. Also durchwühlte er kurz vor dem Termin noch eilig die Bestände beim Antiquar vor den Toren der Messe, doch Grass war skandalöser Weise rar, und ich wollte auf keinen Fall etwas kaufen, das ich schon besaß, schließlich fand ich ein Buch: Örtlich betäubt und Aus dem Tagebuch einer Schnecke – in einem Band. Sechs Euro. Völlig überteuert, egal. Jetzt aber schnell!

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