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Frankfurter Fragmente #10: Trailer

Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Im Kino hat man die meisten Déjà-vus. Wenn man Filme schaut, hat man oft das Gefühl, sie schon einmal gesehen zu haben. In Kurzform zwar, aber die wichtigsten, witzigsten oder spektakulärsten Szenen waren schon dabei. Bei fleißigen Kinobesuchern sogar mehrfach. Man nennt sie Trailer, diese kleinen Vorschauen zwischen der Eis-, Bier- und Kippenwerbung. Und wer’s kaum erwarten kann, zieht sie sich schon zu Hause rein. Doch so sehr man sich freut auf diese ersten Einblicke hinter den Vorhang, so sehr einen die ersten Bilder von Star Wars anfixen und sich Nostalgie mit Vorfreude vermischen, so sehr vermiesen sie einem auch das Sehvergnügen, weil Premieren dadurch keine mehr sind.

In der FAS steht heute der Satz zu Ant-Man: „Ein schon im Trailer gebührend gewürdigter Showdown findet auf einer Spielzeugeisenbahn statt.“ Und genau das ist das Problem. Die Szene hat jeglichen Reiz verloren, weil man sie schon mal gesehen hat. Man weiß was kommt, die Überraschung ist dahin – und ebenso der Witz, der einen nur beim ersten Mal hat lachen lassen. Ebenso bei Avengers: Age of Ultron. Da war es die Szene, in der die Helden der Reihe nach versuchen, Thors Hammer zu heben. Keiner kriegt ihn hoch – haha, aber im Film war das altbekannt, weil man den Trailer schon gefühlte 100 mal gesehen hat. (Und ich habe ihn sogar noch im Kino kurz vor dem Hauptfilm gezeigt gekriegt – warum auch immmer.)

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