jack white

Allein unter Engeln

Auf Engelsflügeln: Jack White

Auf Engelsflügeln: Jack White

Jack White zweites Solo-Album Lazaretto wirkt so totenblass wie sein erstes. Ein Phantom zwischen Rock, Country und Hip Hop, das zuweilen an Ideen erstickt, von denen aber die wenigsten gut sind.

Da sitzt er, der blassgesichtige Mann mit den rabenschwarzen Haaren und dem blauen Samtanzug, umgeben von Engeln, drei auf jeder Seite, lässig stützt er seine Arme auf zwei knienden geflügelten Dienern ab. Und tatsächlich darf sich Jack White derzeit zurücklehnen, denn die Maschine, die er angeworfen hat, läuft wie geschmiert: Sein zweites Solo-Album wurde mit mächtig Bohei beworben, allein die Vinyl-Ausgabe lockt mit Mätzchen wie Spielereien mit der Auslaufrille und Engels-Hologrammen, und der Künstler selbst hat sich zuletzt im Rolling Stone (wo er die Coverstory bekam) ziemlich abfällig über die Kollegen von den Black Keys geäußert, nur um sich kurz darauf auf seiner Website bei ihnen zu entschuldigen – es sei ja alles nicht so gemeint gewesen.

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Neues von den Puristen

Jack White: Lazaretto, The Black Keys: Turn Blue

Jack White: Lazaretto, The Black Keys: Turn Blue

Zwei neue Alben werden für diesen Frühling heiß erwartet: Jack Whites zweites Solo-Album Lazaretto und das achte Album der Black Keys, Turn Blue. Die ersten Singles machen nicht nur Lust auf mehr, sondern auch auf Besseres.

In gewisser Weise sind die beiden Bands Verwandte: The White Stripes und The Black Keys – beides Duos mit Gitarre und Schlagzeug, beides Puristen und Minimalisten des Garagen Rocks mit schwerem Blues-Einschlag. Die White Stripes hatten etwas früher angefangen und früher ihren Durchbruch  gefeiert (Elephant, 2003), die Black Keys hatten ihren vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2011 mit El Camino erreicht – und seltsamerweise war das auch das Jahr, in dem die White Stripes ihre Auflösung bekanntgaben. Aber gut, konnte sich der Fan sagen, immerhin gibt es noch die Black Keys. Und na ja, immerhin gibt es noch Jack White, der bereits mit einer Band wie The Raconteurs bemerkenswerte Ergebnisse erzielte und 2012 sein Solo-Album herausbrachte. Dieses war für mich eine kleine Enttäuschung, so richtig wollte da bei mir nichts zünden. Es war gut, keine Frage, aber nicht so gut, wie das, was ich an den White Stripes geliebt hatte und was die Raconteurs in ihren besten Momenten hervorgebracht hatten. Ja, nach einer Single wie „Fly Farm Blues“ – ein schön minimalistisch und dreckig aufgenommener Blues für den Film It Might Get Loud – und dem Bond-Song „Another Way To Die“ entsprach das Album Blunderbuss weder stilistisch noch qualitativ meinen Erwartungen.

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