jazz

Influenza do Jazz

Der Sampler der Woche: Donovans Jazz
Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Da hört man einen 60er-Jahre-Folk-Barden wie Donovan und dann das: Walking Bass, Trompeten, Saxophon und Besen, die über Trommeln wischen. Der Typ, der Hits wie Colours, Hurdy Gurdy Man, Sunshine Superman und Season of the Witch gemacht hat, hatte auch eine Vorliebe für Jazz und sie auf einigen seiner Alben zum Ausdruck gebracht. Mal fröhlich, mal tiefmelancholisch. Ich habe alle Songs zusammengestellt, die auch nur entfernt diesen tollen Sound haben. Warum? Wer einen Grund braucht, dem sei gesagt, dass vor 50 Jahren Donovans erste zwei Alben erschienen sind. Aber wer die großartige Musik hört, sollte erkennen, dass sie Grund genug ist.

Lob schafft keine Genies

Sony Pictures Classic

Sony Pictures Classic

Talent ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist Training. Im Film Whiplash wird diese Erkenntnis mit viel Blut, Schweiß und Tränen erkauft. Ein junger Drummer wird von einem unbarmherzigen, von Perfektion besessenen und launischen Lehrer zu Höchstleistungen gedrillt – mit Zuckerbrot und Peitsche. Aber von nix kommt nix – und bei allen fragwürdigen Methoden der Motivation ist doch etwas dran, dass Charlie Parker nie Bird geworden wäre, wenn man ihm nur gesagt hätte, er mache einen „good job“ … Der Film bietet zwei wunderbare One-Man-Shows: Oscar-Preisträger J. K. Simmons als Choleriker mit Herz ist ebenso bewundernswert wie das Schlagzeugspiel von Miles Teller. Beide spielen virtuos gegeneinander an, jeder in seiner jeweiligen Disziplin – und in dieser Spannung liegt der Reiz des Films. Der Rest ist Jazz. Cool.