kevin spacey

Vom Klempner zum Präsidenten

House of Cards

Na, geht doch! Sat.1 mausert sich: Nachdem der Sender in diesem Jahr damit begonnen hat, die politische Serie Homeland auszustrahlen, ist jetzt ein weitere dran: House of Cards. In dem Emmy-preisgekrönten Werk spielt Kevin Spacey einen Kongressabgeordneten, der virtuos das Spiel der Politik betreibt, um ganz nach oben zu kommen. Das ist eine Drecksarbeit, aber sauber inszeniert.

Bei vielen guten Werken ist alles schon am Anfang gesagt. In der Serie House of Cards sind es die ersten drei Minuten und 15 Sekunden, die reichen, um zu verstehen, wo der Hund begraben ist. Buchstäblich. Es beginnt mit einem Unfall. Fahrerflucht. Ein Hund liegt im Sterben. Ein Mann kommt aus dem Haus, sieht die Szene, kniet sich vor das leidende Tier. „Es gibt zwei Arten von Schmerz“, sagt er in die Kamera. „Den Schmerz, der einen stärkt und sinnlosen Schmerz. Der Schmerz, der nur Leid mit sich bringt. Ich bin nicht geduldig, wenn etwas sinnlos ist.“ Dann bringt der Mann den Hund eigenhändig um. „Momente wie diese erfordern jemanden, der handelt, der das Unangenehme übernimmt, das Notwendige. – So kein Schmerz mehr“, sagt er trocken nachdem das letzte Jaulen und Winseln vorbei ist.

Der Mann, Frank Underwood, Fraktionsvorsitzender der Demokraten im US-Kongress, ist offenbar so ein Typ. Ein Mann fürs Grobe, die Drecksarbeit, er halte, wie er sagt, die „Dinge am Laufen“: „Mein Job ist, die Rohre durchzublasen, damit die Scheiße abfließen kann“, gesteht er den Zuschauern. „Aber ich muss nicht mehr lang den Klempner spielen. Ich hab auf das richtige Pferd gesetzt und gewonnen.“ Dieses Pferd ist der neue US-Präsident, an den sich Underwood früh „drangehängt“ und sich „unersetzlich gemacht“ hat. „Ob ich ihn mag? Nein. Ob ich an ihn glaube? Das ist unerheblich.“ Denn der Politiker hat eigene Pläne.

(mehr …)