lou reed

Liebesbekenntnisse

Der Sampler der Woche: „I Love You“ (Teil 1)
Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Mit dem Beginn des 20-Grad-Plus-Frühlings ist auch die Schwelle erreicht, über der der Mensch wieder zum Tier wird und sich nach willigen Partnern zwecks Fortpflanzung umsieht. Für alle, die noch suchen oder schon gefunden haben, kommt hier eine passende Playlist mit Bekenntnis-Songs. Sie stammen aus einer Zeit, in der Liebe noch ein Begriff war, mit dem man Nylonstrümpfe verkaufte. Oder Schallplatten.

Berliner Fragmente #0

Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Fragmenteum goes Berlin. Und wird fragmentarisch.

Das Projekt Romantik ist Fragment geblieben. Höchste Zeit, es zu vollenden. Das multimediale Internetzeitalter ist dafür prädestiniert; das Internet ist das, was dem Ideal der Universalpoesie am nächsten kommen kann. Das Fragmenteum soll seinem Anspruch nach seinen Beitrag dazu leisten, aber bislang war es noch nicht sehr fragmentarisch. Das soll sich nun ändern.

Da mich meine Lehrjahre temporär in die Fremde verschlagen, nutze ich die Zeit für ein experimentelles Projekt. Statt – wie in diesem Medium üblich – schnöde Diarismen oder Herzensergüsse, Reise- oder Erfahrungsberichte zu fabrizieren, versuche ich mich mit einer Serie in etwas anderen Form: Ich will sie die Berliner Fragmente nennen. Vier Wochen lang soll täglich (mindestens) ein Post erscheinen: mit einem Foto (schwarz-weiß, da so auch ein mäßiges halbwegs gehaltvoll erscheint) und einer Betrachtung, einer Anekdote, einer Kritik oder einer Liste – Hauptsache kurz. Die Reduktion ist die erste Auflage, die Serialität die andere für diese emblematischen Fragmente.

Als Zuspätgeborener kommt man immer in die Verlegenheit, sein Projekt rechtfertigen zu müssen – erst recht als verspäteter Berliner. Daher eine Klarstellung: Keine Sorge, liebe eingeborene Berliner und auswärtige Skeptiker: Das wird keine weitere Hauptstadtromantik. Für eine Ode oder Hommage ist mir die Stadt zu fremd. Erst recht ist es kein bemühtes Hauptsache-was-mit-Berlin-Ding eines Irgendwas-mit-Medien-Schaffenden. Die Berliner Fragmente sind nichts als ein Versuch, anderswo mal was anderes zu machen, es könnte auch Bielefeld sein. Also bitte, liebe Hipster, hasst mich nicht, weil ich erst jetzt herziehe. Ich komme nicht, um zu bleiben – versprochen. Nur vier Wochen, dann geht’s wieder zurück nach Frankfurt. Für alle die’s noch nicht gemerkt haben: Das ist ohnehin die nächste Hipstopolis. 😉

Zur Einstimmung ein kleiner Berlin-Sampler mit Lou Reed, David Bowie und Iggy Pop.

In memoriam: Lou Reed (1942-2013)

Lou Reed ist tot. Das ist schade. Danke für The Velvet Underground, danke für viele großartige Songs! Reed war einer, der sowohl in Avantgarde und Pop zu Hause war, der nach Garage und nach Stadion klingen konnte. Er vermochte die einfachsten, einfältigsten Songs zu schreiben, aber bei ihm klang selbst das naivste und sentimentalste Lied nach großer Kunst. Für alle, die Lust zum Rein- oder Wiederhören haben, hier zwei Lou Reed-Gedächtnis-Listen [mit Kommentaren]:

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