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Mehr Roller als Rocker

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Ja, das Leben ist so eine Sache. Geht immer weiter und so. Normalerweise würde ich so etwas nicht schreiben. Aber solche Gemeinplätze sind Keith Richards zu verzeihen. Zum einen wegen der Altersweisheit, die in solchen Sätzen steckt, zum anderen weil es bei ihm bemerkenswert ist, dass er sie noch sprechen kann. Denn der langjährige Heroin-Junkie war schon ein paarmal kurz vorm Ende. Und obwohl er das Rauchen und Trinken immer noch nicht lassen kann, hat er es irgendwie bis 71 geschafft.

Und wie das eben so ist, wenn man nur eines gelernt hat, aber das richtig gut, macht man eben weiter damit – was soll man auch sonst tun? Das letzte Rolling Stones-Album ist schon eine Weile her, an das letzte gute kann man sich schon kaum noch erinnern (muss wohl in den 70ern gewesen sein). Also macht Richards wieder solo – erstmals seit 1992. Crosseyed Heart heißt die neue Platte, aber sie klingt, als wäre ihr Sound irgendwann in den 80ern oder 90ern stehengeblieben. Abgesehen vom akustischen Opener, in dem er sich vor seinen Blues-Vorbildern wie Robert Johnson verneigt, ist da nichts, was man mehr als einmal hören müsste, wenn er sich mit seiner rauchigen Stimme und zu viel Hall-Effekt durch Altrockerstangenware ackert. Mit seinen Ausflügen in Richtung Country und Reggae ist das Album auch etwas wie ein Rückblick auf sein Musikerleben. Eine Art Soundtrack zu seiner 2010 erschienenen Autobiografie Life.

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Aus großer Macht folgt Größenwahn

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Es gibt diese Szene bei Breaking Bad, in der der DEA-Agent Hank Schrader seinem Neffen Walter Jr. ein Buch schenkt (S03E08, „I See You“). Es handelt von den Agenten, die den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar verfolgt haben. Hank bedauert, dass es immer nur die Bösen seien, die die Aufmerksamkeit bekämen, nie die Guten. Das ist natürlich ein Kommentar zur Serie: alle lieben den Schurken Walter White, der Anständige Ermittler Hank ist bloß Mittel, um die Handlung spannend zu machen. Spätestens seit Al Capone und den Corleones sind Mafiosi die interessanteren Charaktere als die Unbestechlichen. In der Realität sollen die Guten gewinnen, in der Fiktion fasziniert das Böse.

So ist es auch mit Narcos. Die neue Netflix-Serie erzählt von Aufstieg und Fall Escobars und den Männern, die ihn bekämpft haben. Ähnlich gleichberechtigt wie bei The Wire werden die beiden Seiten dargestellt, wobei Narcos wegen seines Erzählers aus dem Off und den eingestreuten Originalaufnahmen noch dokumentarischer wirkt als Baltimores großes Drogen-Epos. Allerdings ist die Serie mehr als bloßes Reenactment. Erzähler ist zugleich der Protagonist, der DEA-Agent Steve Murphy. Doch leider erweist sich der Ansatz als größtes Manko der ansonsten gelungenen Serie und beweist einmal mehr, dass die Schurken die besseren Helden sind. Denn Murphy ist nicht nur ein fader Charakter, ein Milchbubi, der gerne der tough guy wäre und in der Drogenhölle Kolumbiens zum bad cop mutiert, aber selbst in all den Jahren im Ausland es nicht fertig bringt, Spanisch zu lernen. Man kann ihn nicht ernst nehmen – ganz zu schweigen davon, dass man sich schwerlich für diesen langweiligen Durchschnittsamerikaner interessieren kann. Selbst sein Partner Javier Peña wirkt sympathischer.

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Einer gibt immer acht

Netflix/Twitter

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Zählen wir mal durch, ob auch alle da sind:

  1. Eine Frau jagt sich eine Kugel durch den Kopf.
  2. Ein Polizist in Chicago geht der Sache nach.
  3. Eine Inderin soll einen Mann heiraten, den sie nicht liebt.
  4. Ein Berliner raubt mit seinem Freund ein paar Diamanten und bekommt dafür Ärger.
  5. Eine Isländerin klaut Geld und Drogen und wirft alles wieder weg.
  6. Ein schwuler mexikanischer Schauspieler geht eine Dreierbeziehung ein, die ihn die Karriere kosten könnte.
  7. Eine Koreanerin geht für ihren Bruder in den Knast.
  8. Ein Kenianer versucht sich als Kleinbusunternehmer.
  9. Eine Transsexuelle soll lobotomisiert werden, weil sie angeblich geisteskrank ist. Doch sie ist bloß mit all den oben genannten Menschen mental verknüpft – was auch auf die anderen zutrifft.

Darum geht es in Sense8, der Netflix-Serie von den Wachowskis und J. Michael Straczynski. Acht Menschen, verstreut über die ganze Welt, mit verschiedenen Problemen, können allein mittels Geisteskraft miteinander kommunizieren und Fähigkeiten austauschen, was immer in brenzligen Situationen nützlich ist. Die Koreanerin kann kämpfen (liegt ihr wohl im Blut). Der Berliner Deutsch-Russe kann ballern und skrupellos sein. Die Inderin kann gut mit Chemie umgehen. Der Mexikaner kann gut so tun als ob, also lügen. Der Kenianer kann Autos kurzschließen und kennt alle Filme von Jean-Claude Van Damme auswendig. Der Polizist kann, was gute Polizisten so können, im Zweifel den Helden spielen. Und die Isländerin kann immerhin Isländisch (eine seltene Gabe) – und sieht ganz süß aus.

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Serienloch

Das Schlimmste an der Serie Lost ist nicht ihr Ende, sondern dass sie überhaupt zu Ende geht. Wer kann sie nicht noch spüren, wenn er sich erinnert: diese innere Leere als alles vorbei war und man sich fragte, wie das Leben jetzt weitergehen soll. Ein Dasein ohne Lost schien möglich, aber sinnlos. Von einem so kontinuierlichen Adrenalin-Trip war es nicht leicht, so schnell runterzukommen. Man will eigentlich, dass er immer weitergeht, bis die Nerven vor Spannung reißen, bis man ein seelisches Wrack ist. Aber das Problem ist: im Gegensatz zu jeder anderen Droge gibt es Serien zwar im Überfluss, aber nie ohne Ende, und selten knallt mal eine richtig rein.

Nach Lost kam also erst Mal ein Loch. Man musste sich mit Dingen wie The Wire begnügen, eher ein Downer als ein Upper, Baltimore ist eher das Gegenteil von der mysteriösen Insel, die uns zu einem zweiten Zuhause geworden war, es verlangte ein anderes Sehen – und doch wurde jeder belohnt, der einen langen Atem hatte. Und dann war da noch so eine neue Serie namens Breaking Bad, ganz nett für den Anfang … Aber dann: Mit jeder neuen Staffel wurde klar, dass hier der Serienjunkie wieder drauf war. Nicht auf Adrenalin, sondern auf blauem Crystal Meth – dem so ziemlich feinsten Shit ever. Wie bei Lost, nur viel besser, weil ohne eine sich irgendwann totlaufende Selbstüberbietung, erlebte man die Höhen und Tiefen, als wäre man selbst einem Wechsel von Trip und kaltem Entzug ausgesetzt, als hinge das eigene Leben davon ab.

Und was machen wir seitdem? Boardwalk Empire – ganz schön, The Leftovers – großartiger Geheimtipp, Silicon Valley – sehr witzig, Fargo und True Detective waren super, aber leider kommt bei Anthologie-Serien keine echte Sucht auf. Mad Men ist eher ein Leisetreter und außerdem schon zu Ende … Bis auf House of Cards erreichte keine Serie bisher dieses Gefühl eines Allzeithochs, aber da kriegt der Junkie zwar die volle Dröhnung mit 13 Folgen auf einmal, aber auf die muss er jeweils ein Jahr warten. Aber trotz des Erfolges ist House of Cards weit entfernt davon, Kunst und Mainstream zu versöhnen, wie Lost oder Breaking Bad es getan haben. Die Serie ist hervorragend gemachte, anspruchsvolle Unterhaltung für Menschen, die beim Schauen gerne ihr Hirn einschalten. Der Rest guckt Game of Thrones oder The Walking Dead

Warum fehlen die Kicks? Weil wir verwöhnt, weil wir verdorben sind. Mit jeder genialen, großartigen, weltbewegenden Serie steigt der Anspruch an die nächste. Es ist der Fluch des Quality TV: Die Qualität muss ständig steigen, um die Zuschauer noch umzuhauen. Gierig durchstöbern wir das Angebot von HBO oder Netflix, geifernd nach dem nächsten Knaller. Alle Hoffnung ruht auf den großen Innovatoren. Daredevil haben wir verschlungen, es ist wohl die beste Superheldenserie aller Zeiten, irgendwann in diesem Jahr erscheint auch Jessica Jones, die nächste Marvel-Serie. Im Juni kommt Sense8 von den Wachowskis, vielleicht wird das ja das nächste Lost, hoffentlich besser (zugegeben: die Wachowskys haben seit Matrix nix Anständiges mehr gemacht, aber Co-Autor ist J. Michael Straczynski, daher besteht Hoffnung). Und HBO hat Westworld in der Mache. Selbstverständlich freut sich die Twin Peaks-Fangemeinde auf eine dritte Staffel mit 18 Folgen, die auch noch alle von David Lynch gemacht und mitgeschrieben werden. Doch wahrscheinlich ist das nächste geniale Ding wieder mal eine Serie, mit der niemand rechnet.

Früher waren Serien gut, wenn wir dabei abschalten konnten, aber nicht weggeschaltet haben. Heute dürfen sie nicht weniger als süchtig machen, sonst sind sie bloß ein schnell vergessener Zeitvertreib. Aber wie viel besser kann es noch werden, um den wachsenden Maßstäben gerecht zu werden? Wir leben in einer dekadenten Epoche, die geprägt ist von binge watching, Serienjunkietum und Snobismus. Wir versinken in Lethargie, weil der Luxus uns lähmt – deshalb wird es immer schwieriger, den Ansprüchen gerecht zu werden und die Zuschauer aus dem Koma zu wecken. Das ist Flucht und Segen zugleich.

Blinder Katholik in Teufelsküche

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Nach den ersten 13 Episoden von Marvel’s Daredevil auf Netflix kann man sagen: Die Serie ist geglückt und macht Lust auf mehr. Das Cinematic Universe ist um einen Helden und einige Charaktere reicher.

Da hat man sein Jura-Studium mit Bravour beendet, sein Referendariat bei einer großen Kanzlei gemacht, doch statt seine Seele an den Teufel zu verkaufen und reiche Arschlöcher zu vertreten, macht man eben seine eigene auf, um den kleinen Mann zur Gerechtigkeit zu verhelfen. Doch was tun, wenn all die hohen Ideale, die man als junger Mann hat, nicht einsetzen kann, weil die Klienten ausbleiben? Dann ist es von Vorteil, wenn man in der Kampfkunst trainiert ist: Man legt sich eine Maske zu und macht nachts die Stadt unsicher, um die bösen Buben zu verhauen. Das geht meist schneller, als die Mühlen der Justiz mahlen zu lassen. Man muss nur darüber hinwegsehen, dass es eigentlich gegen die Regeln ist, die man als Anwalt verteidigen will. Aber für einen Blinden dürfte das kein Problem sein.

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Das Kartenhaus stürzt ein

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Serienschauen ist harte Arbeit. Ein anstrengender Lustgewinn. Etwa bei House of Cards. Als die dritte Staffel bei Netflix herauskam, war das vergangene Wochenende für unzählige Junkies verplant. Ich habe etwas länger gebraucht, aber trotzdem kam es mir vor, als hätte ich die 13 Folgen verschlungen. Schneller kann die Zeit kaum vergehen als beim Genuss dieses Meisterwerks der Serienkunst. Auch wenn das Zuschauen dieses Mal auch schmerzlich war. Es wird Zeit brauchen, diese vielen Eindrücke, diesen Sturm an Emotionen zu verarbeiten. Zeit für ein wenig Kontemplation.

[ACHTUNG: SPOILER!!! Weiterlesen auf eigene Gefahr!]

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Ein Käfig voller Hühner

Orange is the New Black

Die Serie Orange Is the New Black ist neben House of Cards das zweite Flaggschiff des VOD-Dienstes Netflix. Mit einer ausgewogenen Mischung aus Komödie und Drama behandelt sie den Alltag in einem Frauenknast. Und der ist offenbar nicht so schlimm, wie man denkt. Abgesehen von einigen Ausnahmen.

Man sieht es der dünnen blonden Frau mit ihren großen Augen und ihrem verhuschten Wesen gleich an, dass sie nicht hierhergehört. Und dennoch trägt sie diesen orangen Overall, der sie als Neuling im Frauenknast deklariert. Einer der wenigen Farbtupfer an einem Ort, dessen Farbpalette von grau bis beige reicht. Von jetzt an gilt: „Orange Is the New Black“, so der ironische Titel der Serie, der klarmacht, dass es um einen Ort geht, an dem Mode keine Rolle spielt. Vorbei das Leben, wie sie es kannte.

Für unsere Heldin, Piper Chapman, war es bisher kein übles: Sie war verlobt mit einem Autor und vertrieb mit ihrer Freundin selbstgemachte Pflegeprodukte. Nun muss Chapman für ein Jahr ins Gefängnis, weil sie einmal vor zehn Jahren als Kurier für Drogengeld fungiert hat. Zwei Jahre später wäre die Tat verjährt. „Ich arbeite hier seit 22 Jahren und verstehe immer noch nicht, wie das System funktioniert“, sagt Chapmans Betreuer Healy. „’ne Crackdealerin kriegt neun Monate. Und ’ne Frau, die versehentlich beim Einparken den Postboten anfährt, die bekommt vier Jahre. Der Arme hat sich das Schlüsselbein gebrochen, aber trotzdem: ich versteh’s einfach nicht.“

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Hurra, Netflix ist da!

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Netflix beginnt in Deutschland bescheiden, aber schon mit einem interessanten Angebot aktueller Serien. Schwach hingegen ist die Filmauswahl. Dennoch wird die Zukunft spannend: Viele originale Inhalte sind geplant – und die werden exklusiv bei dem VOD-Dienst zu sehen sein.

Endlich! Unsere Gebete wurden erhört! Der Heilsbringer ist da! NETFLIX gibt es endlich auch in Deutschland – und eine ganze Nation atmet auf … Naja, fast. Wie abzusehen war, ist es nicht ganz so das dicke Ding geworden. Der Revolutionär, der uns die Webserie House of Cards bescherte und eine neue Zeitrechnung einläutete, kommt erst mal bescheiden daher. Das Video-on-Demand-Angebot stellt nicht die Konkurrenz in den Schatten. Es ist ausbaufähig. Aber es ist auch interessant.

Doch zunächst ein Ärgernis: Wer auf die Netflix-Seite geht, wird zwar sofort dazu eingeladen, sich für einen kostenlosen Probemonat anzumelden, hat aber keine Möglichkeit, sich zu informieren, was ihn erwartet. Keine Übersicht über das Programmangebot, keine Suchfunktion, nicht einmal den Hauch einer Auswahl. Kurz: Man kauft die Katze im Sack. Auch wenn man noch gar nichts kaufen will. Trotz der kostenlosen Testphase: Bezahlinformationen müssen sein. Das ist bei anderen auch so, aber es hinterlässt ein mulmiges Gefühl, dass es vielleicht nicht ganz so kostenlos bleiben wird. Immerhin: 7,99 Euro Grundpreis sind fair, aufstockbar bei mehreren Geräten bis 11,99 Euro. Watchever mag da günstiger sein.

Und nun zum Angebot. Neben den bekannten Netflix-Originalen House of Cards und Orange is the New Black gibt es auch Hemlock Grove und das schon etwas länger laufende The Killing, das Netflix von AMC übernommen hat und fortsetzt. Alles ist mit deutschem und englischem Ton zu haben, wahlweise auch mit Untertiteln – sehr vorbildlich. Und der Stream lief am Starttag auch flüssig.

Der Rest ist eine Auswahl der besten Qualitäts-Serien der jüngsten Zeit:

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Alles! Für alle! Und zwar sofort!

Versuche über die TV-Serie, Teil 3: Digitale Distribution
Digitale Distributionswege: Captain America auf dem Tablet. (Szene aus South Park.)

South Park als Vorreiter für digitale Distribution: Captain America auf dem Tablet.

Keine Sorge: Die Überschrift ist kein Bekenntnis zum Sozialismus. Im Gegenteil: Aus ihr spricht die Lust am Konsum. Einem geistigen Konsum kultureller Güter. Denn darum geht es doch bei Serien. Sie speisen sich von der Gier der Menschen nach mehr. Doch obwohl der Hunger nach TV-Serien hierzulande groß ist, wird er nicht gestillt. Die Menschen wollen mehr, doch sie bekommen es nicht – oder zu wenig davon. Ein Plädoyer für eine offenere Distributionspolitik.

Kevin Spacey hat es verstanden: „Das Publikum will die Kontrolle“, sagte er bei seiner Rede auf dem Edinburgh Television Festival. Man müsse den Leuten, das geben, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen und zu einem vernünftigen Preis. Der Schauspieler weiß, wovon er spricht: Er spielt die Hauptrolle in House of Cards, einer Serie, die für den Video-on-demand-Anbieter Netflix produziert wurde. Die ist nicht nur hochkarätig besetzt, geschrieben und gemacht (Regie: David Fincher) ist, sondern auch für 14 Emmys nominiert war und neun bekommen hat. Die Innovation: Netflix veröffentlichte alle 13 Folgen der ersten Staffel simultan.

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Helden in der Krise

Filmsuperhelden 2013 (Collage: Gedziorowski)

Filmsuperhelden 2013 (Collage: Gedziorowski)

Sehen Sie sich einmal die obere Collage genau an. Was fällt Ihnen auf? Genau: Eine gewisse Ähnlichkeit, Parallelen, ja, man könnte fast sagen: Austauschbarkeit. Nun gut. Wir bewegen uns im Genrefilm. Dem Superheldengenre. Wer sich darauf einlässt, weiß, was ihn erwartet. Aber die Bilanz der diesjährigen Filme ist erschreckend schwach. Ebenso wie seine Helden zeigt das Genre Krisenerscheinungen. Ein Rückblick und ein Ausblick.

Alle Hoffnungen ruhten auf Thor – Gott, Alien, Superheld. Nach einer Einführung mit einem passablen ersten Abenteuer und einer bestandenen Bewährungsprobe bei den Avengers konnte es nun richtig losgehen. Doch die Fortsetzung The Dark World (auf „deutsch“: The Dark Kingdom) hat leider keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Zu Recht: Der Film, mehr Fantasy- als Superheldengenre, vermag nur wenig zu fesseln. Die Handlung hetzt ähnlich wie im ersten Teil schnell voran, Spannung kommt bei dem konventionellen Plot kaum auf. Auch der Versuch, den Weltenkonflikt nach London auf die Erde zu holen, wirkt unbeholfen. Das können auch die prächtigen, effektgeladenen Aufnahmen nicht ausgleichen.

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