rolling stones

Mehr Roller als Rocker

Netflix

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Ja, das Leben ist so eine Sache. Geht immer weiter und so. Normalerweise würde ich so etwas nicht schreiben. Aber solche Gemeinplätze sind Keith Richards zu verzeihen. Zum einen wegen der Altersweisheit, die in solchen Sätzen steckt, zum anderen weil es bei ihm bemerkenswert ist, dass er sie noch sprechen kann. Denn der langjährige Heroin-Junkie war schon ein paarmal kurz vorm Ende. Und obwohl er das Rauchen und Trinken immer noch nicht lassen kann, hat er es irgendwie bis 71 geschafft.

Und wie das eben so ist, wenn man nur eines gelernt hat, aber das richtig gut, macht man eben weiter damit – was soll man auch sonst tun? Das letzte Rolling Stones-Album ist schon eine Weile her, an das letzte gute kann man sich schon kaum noch erinnern (muss wohl in den 70ern gewesen sein). Also macht Richards wieder solo – erstmals seit 1992. Crosseyed Heart heißt die neue Platte, aber sie klingt, als wäre ihr Sound irgendwann in den 80ern oder 90ern stehengeblieben. Abgesehen vom akustischen Opener, in dem er sich vor seinen Blues-Vorbildern wie Robert Johnson verneigt, ist da nichts, was man mehr als einmal hören müsste, wenn er sich mit seiner rauchigen Stimme und zu viel Hall-Effekt durch Altrockerstangenware ackert. Mit seinen Ausflügen in Richtung Country und Reggae ist das Album auch etwas wie ein Rückblick auf sein Musikerleben. Eine Art Soundtrack zu seiner 2010 erschienenen Autobiografie Life.

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Sympathy for the Devil

Der Sampler der Woche: Songs über den Teufel
Eugène Delacroix - Mephistopheles in the Sky

Eugène Delacroix – Mephistopheles in the Sky

Mutti ist die Beste

Der Sampler der Woche: Muttertag
Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Yeah! Yeah! Yeah!

Der Sampler der Woche: Yeah-Songs

beatles-yeah

Müsste man die Popmusik auf einen Begriff bringen wäre es: YEAH! Spätestens seit 1963, seit die Beatles ihr „She Loves You“ veröffentlich haben, ist das dreifach gesteigerte „Yeah! Yeah! Yeah!“ Schlachtruf von ausrastenden Teenagern, die sich frenetisch dem Rock’n’Roll ergeben. Es ist die pure Affirmation, die Bejahung des hemmungslosen Hedonismus, Ausdruk purer Lebenslust. Ja, warum denn auch nicht? Und so lässt sich die Popgeschichte auch bis heute anhand der Yeahs in Songs erzählen. Es fällt so inflationär, dass es nicht mehr auffällt – außer wenn sich die ein oder andere Band dazu hinreißen lässt, es zu übertreiben: Kurt Cobain singt es 48mal in „Lithium“, Michael Stipe bringt es auf 56mal in „Man on the Moon“ und die Smashing Pumpkins haben einen ganzen Song („French Movie Theme“) mit nichts als Yeahs gefüllt.

In diesem Sinne: Es lebe der Dadaismus! YEAH! YEAH YEAH!

Schütteln, was das Zeug hält

Die Liste der Woche: Shake Music

donald dance

Seien wir ehrlich, beim Rock’n’Roll geht es eigentlich nur um eines: jemanden flach zu legen. Das klassische Paarungsritual beginnt mit dem gemeinsamen Tanz, und da geht es darum, die Hüften zu bewegen und alle Glieder zu schütteln. Als Lock- und Lockerungsübung sozusagen. Manche Songs handeln von nichts anderem als vom Shaken. Wir haben mal die wichtigsten zusammengetragen. : Jerry Lee Lewis packt den Bullen bei den Hörnern, Elvis ruft „Shake, rattle and roll“, Elmore James bringt den „Moneymaker“ in Bewegung, auch John Lee Hooker, die Rolling Stones und Otis Redding machen mit. Also macht euch locker und schüttelt, was das Zeug hält: Den Kopf, die Glieder, die Schwanzfedern.

Aus dem Keller in die Charts

Before Punk: British Invasion

Die Musik-Revolution aus den USA, Rock and Roll genannt, währte nicht lange. Um 1960 wurde es still, die Aufregung schien vorüber. Doch in Großbritannien fiel der Samen auf fruchtbaren Boden. Bands wie die Beatles und die Rolling Stones lösten die „British Invasion“ aus. Die Musik fand zu einer neuen Härte und subversiven Kraft. Es folgten mehrere Meilensteine auf dem Weg zum dem, was man später Punk Rock nennen sollte. Dabei spielte das Vorbild „Louie, Louie“ eine wesentliche Rolle …

Ein Hit musste her. Die Kinks, eine junge Band aus England, standen unter Druck. Es hatte nicht gereicht, Little Richards „Long Tall Sally“ nachzuspielen, auch die selbstgeschriebene Plänkel-Ballade im Beatles-Stil „You Still Want Me“ hatte nicht zum erhofften Durchbruch verholfen – beide Singles floppten, erreichten nicht einmal die Charts. Die Plattenfirma Pye verlor die Geduld und drohte: Wenn jetzt kein Hit kommt, fliegt ihr raus. Also setzte man sich ins Studio und tüftelte an Songs herum. Im August 1964 kam die dritte Single heraus: „You Really Got Me„. Das schlug ein. Und wie.

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