romantik

Herzensergüsse

Die Liste der Woche: Lieder über Liebesbriefe
Werther

Vorsicht! Beim Schreiben von Liebesbriefen sollte man Schusswaffen außer Reichweite bringen. – Goethes Werther.

Okay, der Film Her war nix, aber dafür hat er uns auf eine Idee für einen Sampler gebracht: Songs, die von Liebesbriefen handeln. Elvis Presley war das Lied „Love Letters“ ein besonderes Anliegen. Da er mit seiner Version aus dem Jahr 1966 nicht zufrieden war, nahm er das Stück vier Jahre später erneut auf – wir bieten euch beide zum Vergleich. Ferner dürftet ihr einige Klassiker wiedererkennen, andere vielleicht neu entdecken. Viel Spaß beim Hören!

  1. Elvis Presley: Love Letters (1966)
  2. Fats Waller: I’m Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter
  3. Pat Boone: Love Letters in the Sand
  4. Little Willie John: Letter From My Darling
  5. Little Willie John: Write Me A Letter
  6. Joe Turner: Teenage Letter
  7. Elvis Presley: Return To Sender
  8. Gladys Knight & The Pips: Letter Full Of Tears
  9. Johnny Cash: Tear Stained Letter
  10. The Box Tops: The Letter
  11. The Ditty Bops: Love Letters
  12. Elvis Presley: Love Letters (1970)

Romantik-Ausverkauf

Romantik zum Schlürfen. (Foto: Gedziorowski)

Romantik zum Schlürfen. (Foto: Gedziorowski)

Das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt ist kurz vor dem Ziel: Bald hat das Freie Deutsche Hochstift genug Spenden zusammen, um sein Projekt am Goethe-Haus realisieren zu können. Auf der letzten Etappe geht das Hochstift in die Vollen und heckt sich immer mehr genialische Streiche aus, wie sie die restlichen Moneten herbeischaffen kann: Mit dem Anstiften zum Konsum. Unser Autor hat sich im Fan-Shop umgesehen.

Der Spendenpegel steigt. Von den 8 Millionen Euro, die das Freie Deutsche Hochstift für ihr Deutsches Romantik-Museum auftreiben muss, sind 6,2 bereits beschafft, fehlen also noch 1,8 Millionen. Für manche ein Taschengeld, für das Hochstift eine Menge Holz. Die Kampagne läuft also auf Hochtouren. Plakate und Postkarten tragen die Botschaft in alle Welt hinaus: Es geht um Sehnsucht, Taugenichtse, ja und auch um Goethe, wenn’s denn unbedingt sein muss. Kurz mit Novalis: „Die Welt muss romantisiert werden!“ Und während Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Hochstifts, mit dem Klingelbeutel auf Tournee ist und nicht müde wird, ihr Evangelium von der Bedeutung des Projekts, von der einmaligen Chance und von dem universalpoetischen Konzept zu predigen, sucht die Romantik-Task Force des Hochstifts nach anderen Einkunftswegen. Die Zeit läuft davon.

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Manifest

Zum Beginn eine kurze Einführung: Was das mit Fragmenteum soll, warum es an den Geist der Romantik anknüpfen will und warum Friedrich Schlegel (1772-1829) der erste Blogger war.

Was ist das Posten, Twittern und Bloggen, heute anderes als ein permanentes Produzieren von Fragmenten? Flüchtige Bruchstücke, Verweise auf anderes, Andeutungen, Teile für das Ganze, die dabei zusammengenommen selbst ein Ganzes bilden – das All und schöpferische Chaos des Internets. Und jetzt auch noch dieses: Das Fragmenteum.

Obwohl die Tendenz des Zeitalters ein Produkt relativ junger technischer Möglichkeiten ist, liegt der geistige Ursprung in weiter Vergangenheit. Das Posten vorweg genommen haben die Frühromantiker um 1800, die mit ihrer Zeitschrift Athenäum bereits ähnliches, wenn auch noch in analoger Buchform, versuchten. Sie war ein Kollektivwerk, jeder brachte etwas aus seinem Fachgebiet mit, man vermischte Wissenschaft und Philosophie mit Poesie und Kunstbetrachtung (Kritik). Es ging um eine „Verbrüderung der Kenntnisse und Fertigkeiten“, wie es im Vorwort des ersten Bandes heißt. Man wollte „in Briefen, Gesprächen, rhapsodischen Betrachtungen und aphoristischen Bruchstücken“ Universalität schaffen. Und das alles sollte „unmittelbar auf Bildung abzielen“. Bildung war immer ganzheitlich gemeint: Nicht als Ausbildung, sondern als Herausbildung einer Persönlichkeit aus sich selbst.

Besonders deutlich wurde der Anspruch der Frühromantiker in den Fragmenten, eben jenen „aphoristischen Bruchstücken“.

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