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Endlich: Oz auf Deutsch!

Am 24. März ist es soweit: Sky Atlantic HD beginnt, die Gefängnis-Serie Oz auszustrahlen. 17 Jahre nach der Staffelpremiere in den USA. Der deutsche Untertitel: „Hölle hinter Gittern“. Wie ich bereits geschildert habe, handelt es sich um die erste einstündige TV-Serie des Kabelsenders HBO. Sie lief von 1997 bis 2003, kam auf sechs Staffeln und 56 Folgen. Obwohl sie viele Entwicklungen heutiger Autorenserien vorweg nahm, blieb sie immer im Schatten der später begonnenen Sopranos.

Anders als der Name suggeriert, handelt es sich um alles andere als ein Märchen: Gezeigt wird der Alltag im Hochsicherheitsgefägnis Oz (eigentlich Oswald Maximum Security Penitentiary). Der Großteil der Handlung spielt in Emerald City (Em City), einer experimentellen Einheit, in der sich die Häftlinge freier bewegen dürfen. Es gibt keinen Einzelhelden, sondern ein Ensemble verschiedener Charaktere, die für verschiedene Gruppen von Insassen stehen: Schwarze, Latinos, Neonazis, Muslime – auch die Wärter bilden eine Gruppe. In Oz geht es hart zur Sache: Drogen, Sex, Vergewaltigung und Gewalt. Kaum eine Folge, in der nicht jemand brutal ermordet wird. Der Figurenverschleiß ist hoch. Aber Sympathieträger gibt es ohnehin kaum.

Die Ausnahme ist eine Besonderheit der Serie: Oz wird erzählt von einem Außenseiter, Augustus Hill, ein Mann im Rollstuhl. Im flapsigen Ton ergänzt er die Handlung mit Anekdoten und weltanschaulichen Betrachtungen zu den jeweiligen Themen der Folgen – so wird die ernste Handlung reflektiert und ironisch gebrochen. Allein wegen dieser Erzählweise hat Oz eine Chance verdient.

Die Serie läuft montags bis freitags um 20 Uhr auf Sky Atlantic HD. Auf Englisch ist sie auf DVD erhältlich.

Kleine Happen

Während immer mehr Serien per Video-on-Demand geschaut werden, strahlt Sky immer noch sein Programm über das Fernsehen aus. Doch nun ist der Pay-TV-Provider in der Gegenwart angekommen: Nach den Angeboten Sky+, SkyGo und Sky Anytime für Abonennten gibt es jetzt ein Video-on-Demand-Angebot für jedermann: Snap by Sky. Für rund 10 Euro im Monat kann man sich ohne Ende Filme und Serien anschauen. Na ja, fast ohne Ende.

Die Sopranos sind da. Alle sechs Staffeln. Auch 24, The Wire, Rome und die Gilmore Girls sind komplett. Doch von True Blood gibt es nur die ersten drei (von bisher sechs) Seasons, von Six Feet Under auch (drei von fünf) und von Boardwalk Empire nur die erste Staffel (von insgesamt vier). Dafür bietet Snap auch einige ältere HBO-Raritäten wie die kurzlebige Serie Carnivale, die Mini-Serie Generation Kill von The Wire-Macher David Simon sowie den preisgekrönten Zweiteiler Empire Falls. Kurz gesagt: Das Neueste fehlt, oftmals auch mehr.

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Alles! Für alle! Und zwar sofort!

Versuche über die TV-Serie, Teil 3: Digitale Distribution
Digitale Distributionswege: Captain America auf dem Tablet. (Szene aus South Park.)

South Park als Vorreiter für digitale Distribution: Captain America auf dem Tablet.

Keine Sorge: Die Überschrift ist kein Bekenntnis zum Sozialismus. Im Gegenteil: Aus ihr spricht die Lust am Konsum. Einem geistigen Konsum kultureller Güter. Denn darum geht es doch bei Serien. Sie speisen sich von der Gier der Menschen nach mehr. Doch obwohl der Hunger nach TV-Serien hierzulande groß ist, wird er nicht gestillt. Die Menschen wollen mehr, doch sie bekommen es nicht – oder zu wenig davon. Ein Plädoyer für eine offenere Distributionspolitik.

Kevin Spacey hat es verstanden: „Das Publikum will die Kontrolle“, sagte er bei seiner Rede auf dem Edinburgh Television Festival. Man müsse den Leuten, das geben, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen und zu einem vernünftigen Preis. Der Schauspieler weiß, wovon er spricht: Er spielt die Hauptrolle in House of Cards, einer Serie, die für den Video-on-demand-Anbieter Netflix produziert wurde. Die ist nicht nur hochkarätig besetzt, geschrieben und gemacht (Regie: David Fincher) ist, sondern auch für 14 Emmys nominiert war und neun bekommen hat. Die Innovation: Netflix veröffentlichte alle 13 Folgen der ersten Staffel simultan.

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