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Soundtrack unserer Serienhelden

Der Sampler der Woche: Songs aus Serien
AMC

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Wer weiß, aus welchen TV-Serien all diese Songs stammen, schaut eindeutig zu viel 😉

Stress ohne Ende

Kommt noch was? - Tony Soprano

Kommt noch was? – Tony Soprano

Serien sind potenziell unendlich. Doch eines Tages müssen sie aufhören. Das birgt zwei Gefahren: Zum einen, dass das Ende zu früh kommt. Zum anderen, dass es unbefriedigend ist. Über diese Paradoxie hat der Kulturwissenschaftler Frank Kelleter an der Goethe-Universität in Frankfurt gesprochen und zwei besonders krasse Beispiele für Enden von Fernsehserien gezeigt.

ACHTUNG! (Kleine) SPOILER für Lost und The Sopranos !!!

The Sopranos sind eine Serie über Stress“, sagt der Kulturwissenschaftler Frank Kelleter und fügt hinzu, dass dies für viele zeitgenössische Qualitäts-Serien gelte. Und zwar in einem doppelten Sinn: Zum einen leiden die Protagonisten an Stress in Beruf und Familie (Tony Soprano genauso wie Walter White), zum anderen leiden die Zuschauer vor ihren Fernsehern mit. „Fernsehen kann zur Arbeit werden“, sagt Kelleter. Das sogenannte binge viewing, eine weit verbreitete Praxis unter Serienjunkies, bezeichnet eine Rezeption „bis zur Erschöpfung und darüber hinaus“.

Aber woher kommt diese Tendenz? Eine Erklärungsmöglichkeit ist die Spannung, die Serien im Verhältnis zu ihrem Ende haben. „Sie träumen von potenziell unendlicher Fortsetzung“, so Kelleter. Das Problem ist, dass es beim Zuschauer immer eine „vorausgreifende Gesamtvorstellung“ gibt, die mit der Erwartung eines abschließenden und befriedigenden Endes verbunden ist. Über dieses stressige Spannungsverhältnis hat Kelleter, Professor für Nordamerikanische Kultur an der Freien Universität Berlin, am Mittwoch an der Goethe-Universität gesprochen. Unter dem Titel „die Teile und ihr Ganzes im Seriellen Erzählen“ beschrieb er auch zwei prominente Beispiele für Serien-Enden: Lost und The Sopranos.

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