sunday assembly

Berliner Fragmente #38: Atheismus

Foto: Lukas Gedziorowski

Foto: Lukas Gedziorowski

Es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt – oder nicht geben kann. Zum Beispiel eine Kirche für Atheisten. Oder vielmehr einen gottlosen Gottesdienst. Die Sunday Assembly ist so eine eigenartige Sache: Einerseits wollen da Atheisten Gemeinschaft, eine Feier des Lebens abhalten. Andererseits erinnert die Veranstaltung an einen Gottesdienst – nicht nur weil sie sonntags stattfindet. Auch sonst gibt es einige Analogien: Es gibt literarische Einlagen statt einer Lesung. Es gibt Ansprachen und Reden statt einer Predigt. Es gibt eine Kollekte. Am Anfang in der Mitte und am Ende wird gesungen, wobei alle dazu aufstehen. Da hilft es auch nicht, dass es weltliche Songs wie „Wonderful World“, „Help“ oder „Let’s Twist Again“ sind, sie können auch noch so flott vorgetragen sein – man kommt nicht umhin an der ganzen Sache den alten Mief der Kirche zu riechen. Spätestens wenn am Ende die Teilnehmer beim Kaffee und Kuchen zusammenstehen und sich in Listen für „Communities“ eintragen, gibt es keinen großen Unterschied zu den Christen.

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