the sonics

Ab in die Ferne

Der Sampler der Woche: Reisesongs

querfeldein

Foto: Lukas Gedziorowski

Man müsste mal wieder in die Ferne schweifen. Erst recht, wenn man diese Songs hört.

 

Zurück aus der Versenkung

Totgesagte leben länger. Wer hätte je gedacht, noch einmal etwas von den legendären Sonics zu hören? Nach drei Alben (1966-1967), von denen allerdings nur zwei der Rede wert sind, verschwanden sie in der Versenkung. Immerhin hatten sie Musikgeschichte geschrieben: Mit Songs wie „The Witch“, „Psycho“ und „Strychnine“ sowie legendären Coverversionen wie „Have Love Will Travel“ begründeten sie den Garage Rock, der sich in den 70ern zum Punk Rock entwickelte. Nun, nach 48 Jahren, wollen die Überbleibsel der Band ein neues Album rausbringen. Im März soll es soweit sein. Bis dahin können sich die Fans mit einem neuen Song begnügen. „Bad Betty“ ist ein Rockstück alter Schule, allerdings fehlt der rücksichtslos raue Lo-Fi-Sound der 60er … Dennoch freuen wir uns auf mehr. Besser als das letzte, stinklangweilige Pink Floyd-Album wird es allemal.

Der vinylgebannte Wahnsinn

Before Punk: Garage Rock

Mitte der 60er ging eine Bombe hoch: Die British Invasion erreichte die USA und inspirierte unzählige Jungs, Bands zu gründen und sich auf ihre musikalischen Wurzeln zurückzubesinnen. Der Sound des Primitiven, Aggressiven, Subversiven wurde weiterentwickelt im Garagenrock, dem direkten Vorfahren des Punk Rocks. Der Versuch einer Einführung.

Der Wirbel auf der Snare klingt wie ein Maschinengewehr. Es folgt ein schneller, sehr angepisster Zwölftaktblues, die Gitarre hämmert ihre Powerchords stakkatohaft zusammen mit einem Saxophon. Man kann den Sound nicht anders als dreckig nennen, fast schon Gewalt für die Ohren – zumindest Mitte der 60er Jahre. Und dann schreit der Sänger seinen Text heraus, es geht um ein fieses Weibsstück. Das ist „The Witch“, die erste Single der Sonics, einer jungen Band aus Tacoma, Washington. Ende 1964 kam sie heraus; erst im August hatten die Briten The Kinks ihr „You Really Got Me“ herausgebracht. Und in gewisser Weise knüpften die Sonics genau da an: Hart, schnell, laut – wenn auch noch um einiges lauter, wütender. Schluss mit Liebeserklärungen, das ist eine Hasstirade, eine Warnung.

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