verdi

Das Imperium schlägt zurück

Gar nicht mal so böse

Gar nicht mal so böse? (Montage: leg)

Nach der vielen schlechten Presse über schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon geht der Online-Versandhändler in die Gegenoffensive: Auf einer neuen Internetseite will er einen Blick „hinter die Kulissen“ geben und lässt Versandmitarbeiter zu Wort kommen. Denen zufolge ist alles halb so wild. Fragt sich nur, warum dann zurzeit 1100 Kollegen die Zentren in Leipzig und Bad Hersfeld bestreiken. Egal, wie viel Wahrheit darin steckt – eine raffinierte Strategie ist es auf jeden Fall, um sich das Weihnachtsgeschäft nicht vermiesen zu lassen.

„Ich will jetzt mal was klarstellen“, sagt ein Mitarbeiter aus dem Amazon-Logistikzentrum Koblenz. „Alles, was die Presse erzählt und weitergibt wegen den Löhnen und so, ist alles Schwachsinn.“ Auch was Frontal 21 berichtet habe, sei „Schwachsinn“. Der Mann erzählt, dass er keinen Grund zur Beschwerde habe. Der Lohn sei höher als anderswo, die Richtlinien seien normal. „Ich bin glücklich“, sagt er. „Ich glaube, ich bleib bis zur Rente bei Amazon. Denn Amazon gibt jedem ne Chance.“ Verdi wolle einfach den „Konzern plattmachen wie Schlecker, Max Bahr und so“. Sein Schluss: „Verdi sollte sich lieber verpissen. Die sind alle dumm und haben nichts besseres zu tun, als andere Firmen fertig zu machen.“

(mehr …)