Mark Millar: Supercrooks

Marvel Comics

Kaum ist der Supergauner Johnny Bolt aus dem Knast raus, plant er schon das nächste Ding. Aber nicht irgendein Ding. Das Ding schlechthin. Eins für die Geschichtsbücher. Und dann noch eins für einen guten Zweck. Denn Johnnys alter Mitstreiter Carmine hat sich mit fiesen Casino-Gangstern angelegt, wollte sie um zwölf Millionen Dollar betrügen und jetzt soll er ihnen als Wiedergutmachung innerhalb eines Monats 100 Millionen Dollar bringen. Johnny trommelt noch ein paar Kollegen zusammen und zwingt sogar einen Superhelden, Guardian, dazu, ihnen zu helfen. Das Ziel: The Bastard. Der berüchtigteste Superschurke der Welt. Er hat sich mit 800 Millionen Dollar auf Teneriffa zur Ruhe gesetzt. Aber der Schein trügt.

„Ocean’s Eleven trifft X-Men“ lautet die Formel, mit der Supercrooks beworben wird – aber das trifft es nicht ganz, denn gehört noch ein drittes Element dazu: Mark Millar. Und das bedeutet (wie schon bei Wanted oder Nemesis) viel extreme Gewalt. Viel Blut, abgetrennte Körperteile und explodierende Schädel. Und wie immer pendelt die Gewalt irgendwo zwischen Grausamkeit und schwarzem Humor, oft an der Grenze des guten Geschmacks.

Doch wenn Millar eins raus hat, dann ist es die Formel für gute, kurzweilige Unterhaltung. Sympathische Charaktere, die sich viel trauen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Mark Millar nach all den Jahren auch mit seinen eigenen Comics dem Genre der Superhelden treu bleibt: Er kann immer wieder ins Extrem gehen und das Genre neu definieren.

Leinil Yu, der auch Superior gezeichnet hat, beweist mit seinem Stil erneut viel Liebe zum Detail, Dynamik und zu großen Brüsten. Der Heist an sich ist leider nicht so smart wie angekündigt: Im Grunde arbeitet sich das Team bloß von Hindernis zu Hindernis und jeder darf sich mal behaupten. Aber am Ende macht die obligatorische überraschende Wendung alles wieder gut. Und so darf auch Schurken ein überaus glückliches Happy End gegönnt sein.

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